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Press Quotes 2010
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| Thomas Schacher, NZZ, zum Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll mit dem Aargauer Symphonieorchester
"...führte das Klavierkonzert in d-Moll von Johannes Brahms in ganz andere Gefilde. Der Schweizer Pianist Oliver Schnyder interpretierte den Solopart auf eindrucksvolle
Weise. Schnyders Stärken liegen weniger in der dramatischen Aufladung als in der lyrischen Ausgestaltung, wie etwa im Kopfsatz die Abfolge
des ersten und des zweiten Themas vergegenwärtigte. ..."
(Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2010)
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| Das Aargauer Symphonie-Orchester überzeugt mit Brahms ...
VON TOM HELLAT
"Für romantisch veranlagte Pianisten ist Brahms' d-Moll-Konzert das ideale Betätigungsfeld. Im ersten Satz gibt es mächtig Gelegenheit,
sich auszutoben, im zweiten darf das Herz überquellen, und mit einem gesunden Spieltrieb kommt man auch durch das Finale.
Der dreiviertelstündige Brocken, mit dem der damals 26-jährige Brahms die Grenzen der Gattung sprengte, ist ein Fall, bei dem man mit
dem Kopf nicht bloss gegen die Wand rennt, sondern auch durchkommt. Leider aber erstarren die meisten Pianisten vor dem Namen Brahms
in Ehrfurcht und haben offenbar automatisch das Bild eines etwas phlegmatischen älteren Herrn mit langen Haaren vor Augen.
Brahms gänzlich ohne Vollbart Der Aargauer Pianist Oliver Schnyder allerdings spielt seinen Brahms am Freitag in Baden gänzlich ohne Vollbart: Frisch sind die Tempi, die
herausfordernden Gesten des Klaviers im ersten Satz besitzen Feuer und das beseelte Thema des Adagio religioso köchelt nicht auf Sparflamme.
Der Solist vermeidet übertriebenes Pathos und jedwede rhythmische Überbetonung, sondern legt vielmehr gesteigerten Wert auf das Melos.
Fabelhaft zum Beispiel, wie er gleich zu Beginn unter dem zarten Kopfthema die Basstöne singen lässt, die in federnder Form später den
musikalischen Protagonisten auch in himmelhohen Gesängen geerdet sein lassen. So werden sie subtil sichtbar, die weltanschaulichen «Bleifüsse» Brahms'. Auch der Ton des Aargauer Symphonie-Orchesters steht auf breiten Bassschultern und überbrückt so eine gewisse Trockenheit, die aber
nicht stumpf klingt, mit einer aufblühenden, luziden Klangkrone. All die typisch Brahms'schen Verästelungen werden damit sichtbar. ..." (Aargauer Zeitung 15.11.2010)
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| 2. November 2010, Mittellandzeitung
Belebende Vertrautheit
Von Christian Berzins "'Enorme Vertrautheit' ist eine zweifelhafte Bezeichnung für Kammermusikpartner. Bisweilen sind sich Musiker so vertraut, dass sie den musikantischen Teil vergessen und nur mehr die Noten perfekt hinunterschnurren. Die Geigerin Veronika Eberle und der Pianist Oliver Schnyder kennen sich gut. Nicht aber in jenem Sinn, dass sie sich blind beziehungsweise taub vertrauen könnten, sondern dass sie in der Musik genau dasselbe suchen - und im bejubelten 7. Boswiler Meisterkonzert am Sonntagabend auch fanden.
Die Suche gilt dem ureigenen Ton eines Komponisten, ja einer Sonate: So war denn die erste Brahms-Sonate op. 78 jener von Leos Janacek wie auch der zweiten op. 121 von Robert Schumann in rein interpretatorischer Hinsicht völlig verschieden, da der jeweilige Sonaten-Charakter mit ungeheuerlichem Sinn für die Architektur und meisterhafter Tongestaltung gefunden wurde. Spiel der Stimmungen Bei aller Eintracht: Bisweilen musste man ganz einfach dem einen oder der anderen den Hörvortritt lassen. Der Schönklang rückt bei Eberle nie ins Sentimentale ab, weil diese Geigerin das Vibrato mit einer geradezu nüchternen Brillanz einsetzt und nie, um damit Schwächen zu übertünchen. Eberle schafft es aber auch dank ihrer famosen Bogentechnik, dem Spiel feinste Nuancierungen zu geben, so gut, dass sie mit Stimmungen wunderbar spielen kann. Im 2. Satz der Janacek-Sonate ermöglichte ihr diese Kunst unglaublich überraschende Stimmungswechsel, auf die Oliver Schnyder bisweilen geradezu gewartet zu haben schien. Eindrücklich, wie leicht Schnyder die vermeintlich schweren Bässe im 2. Satz der Brahms-Sonate spielte! Klug, wie breit klingend, aber nie dick auftragend Eberle diese Figuren entgegnete - und somit im Zusammenspiel eine reflektierte Schwärmerei entstand. Wie zupackend, aber nicht lärmend man alsbald die mirakulösen Akzente setzte, war prächtig: Auch in der Schumann-Sonate war trotz der trotzigen Attacken immer eine Klang-Idee zu hören, immer der weiterführende Ton und nie der verpuffende Effekt im Mittelpunkt." Boswil, Alte Kirche, 31.10.2010
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| 8. Juni 2010, Neue Zürcher Zeitung
Tonhalle-Matinee mit Schumann und Brahms
Feuersturm
Alfred Zimmerlin. "Umwerfend der Feuersturm des Molto-Presto-Schlusses im Rondo alla
Zingarese von Brahms' Klavierquartett g-Moll op. 25: Der Pianist Oliver Schnyder und drei
Streicher-Stimmführer des Tonhalle-Orchesters Zürich - Klaidi Sahatçi (Violine), Gilad Karni (Viola)
und Thomas Grossenbacher (Violoncello) - spielten den Satz mit einer Wildheit sondergleichen.
Unverblümt bediente sich Brahms darin des ungarischen Idioms, und die vier spielten am Schluss
ihrer Matinee in der Tonhalle mit diesen Anklängen, als ob sie die temperamentvollste Kapelle
in einem Budapester Weinlokal wären.Schon das Presto-Thema fegte durch den Saal, erklang aber klar artikuliert und restlos durchhörbar.
Zauberhaft das Leggiero-Couplet, in dem Schnyder seine Sechzehntel-Läufe so fein auf die klangliche
Umgebung abstimmte, dass jedes der Pizzicati der Streicher hörbar war. Fabelhaft, wie die Streicher
aus dem Meno-Presto-Couplet das Zigeunerische herauskitzelten. Ein fulminanter Abschluss also, der
aber nur zu solcher Wirkung kam, weil davor im langsamen Satz die Emotionalität des Werkes entwirrt
und damit die Bühne für das leidenschaftliche Losstürmen im Schlusssatz vorbereitet worden war.Im künstlerischen Reichtum berühren sich Brahms und das zuvor gespielte Klavierquartett Es-Dur op. 47
von Robert Schumann. Überzeugend, wie gegenwärtig die vier Musiker die Modernität des Werks vermittelten:
durch präzises Nachvollziehen seiner Energiezustände, durch genaues Aushören der Gleichgewichte.
Die vier wurden zu einem einzigen musizierenden Körper. Zwei Tage vor Schumanns 200. Geburtstag
eine erfrischende Auseinandersetzung mit einem seiner schönsten kammermusikalischen Werke. Zürich, Tonhalle, 6. Juni."
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| 15. Mai 2010, Der Bund
Migros-Classics
Himmelfahrt mit Schnyder, Heldenspass mit Strauss
"«Wir bringen euch Klassik.» Mit diesem unprätentiösen Versprechen hat das Migros-Kulturprozent Anfang Saison seine traditionsreichen Klassikkonzerte neulanciert. Und das Lifting ist der Konzertreihe, die nun Migros-Kulturprozent-Classics (früher Klubhauskonzerte) heisst, gut bekommen. Die Programme,die jeweils in sechs Schweizer Städten gespielt werden, sind vielfältiger geworden,ebenso die Provenienz der Sinfonieorchester. In dieser Saison kamen sieaus Mailand, Wien, Basel, Liverpool, Moskau und nun - mit dem traditionsreichenWDR-Sinfonieorchester - aus Köln. Dass in jedem Konzert als Solist ein junges«Schweizer Talent» mitspielt, ist zusätzlich ein Plus. Talent? Im Fall von OliverSchnyder ist das eine Untertreibung. Der 1973 geborene Aargauer Pianistist längst ein Meister seines Fachs. Beim jüngsten Auftritt im Kultur-Casinobrilliert er an der Seite des WDR-Sinfonieorchesters Köln (Leitung SemyonBychkov) in Beethovens 2. Klavierkonzert. Und mit einer Perle von seiner ausgezeichneten,soeben bei Sony erschienenen Schumann-CD als Zugabe: Aufdem exquisiten Album schlägt Schnyder einen Bogen von Schumanns Opus 1,den 1832 komponierten «Abegg-Variationen», zum Opus ultimum, den 1854 entstandenen«Geistervariationen». In Beethovens B-Dur-Konzert ist der Pianist in seinem Element. Beeindruckend,wie er Innerlichkeit und Energie verbindet und mit mozartscher Souplesseerfüllt. Entzückend die feinen Triller, leichtfüssigen Läufe und gestochenscharfen Verzierungen, die Oliver Schnyder wie selbstverständlich aus denkleinen Muskeln seiner Finger strömen lässt, um sich gleich darauf in grosseGesten zu steigern: In der Solokadenz überrascht er mit einer meditativenKlangoase, in der er das Pedal «con gran espressione» einsetzt. Umso wacher undlauniger wirken darauf die energischen Synkopen im letzten Satz, die das Orchestermit Präzision und Witz pariert. Eine musikalische Himmelfahrt am Auffahrtstag! Auch die Begegnung mit dem 1947 gegründeten WDR-Sinfonieorchester erweistsich als ein sinnliches Ereignis erster Güte. Die Spielfreude des grossbesetzten Klangkörpers überzeugt als Ganzes wie in den einzelnen Registern.Ein Heldenspass mit Strauss: Der russische Dirigent Semyon Bychkov setztnicht nur auf heroisch-plakative Effekte, sondern verschafft auch den leisenpoetischen Seiten von Richard Strauss' «Heldenleben» und «Till Eulenspiegelslustige Streiche» Gehör. Ein Wunder an Kontrasten, dem der Konzertmeistermit seinem Violinspiel («Des Helden Gefährtin») ein Glanzlichtaufsetzt. Für Bychkov ist es eine Abschiedstournee. 13 Jahre hat er dasWDR-Sinfonieorchester erfolgreich geleitet. Ab kommender Saison übernimmtder finnische Dirigent Jukka-Pekka Saraste das Dirigat. Es ist einwürdiger Abschluss." Marianne Mühleman
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| 17. Mai 2010, Tages-Anzeiger, zum Konzert im Rahmen der Migros-Kulturprozent-Classics
mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln
"...ganz grundlegend änderte sich das Klangbild aber mit dem ersten Einsatz des Pianisten
Oliver Schnyder: Seine poetische Sensibilität für Klang, Artikulation und Agogik sowie
sein Mut, den Tönen nachzuhorchen und auch in Gegenwart eines Orchesters die leisen Bereiche der
Dynamik auszukosten, schlugen einen sogleich in ihren Bann. Und schlicht ein Erlebnis
ist seine Art, musikalische Freiheit und Partiturtreue zum widerspruchslosen Fundament interpretatorischer
Sorgfalt zu machen. ..." Tobias Rothfahl
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| 17. Mai 2010, Neue Zürcher Zeitung
Temperamentsfragen
Das WDR-Sinfonieorchester Köln in Zürich
Thomas Schacher. Zum Abschluss ihrer ersten Saison luden die Migros-Kulturprozent-Classics
mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln einen attraktiven Klangkörper ein. Nach Stationen in
Lugano, Genf und Bern machte die Schweizer Tournee auch in Zürich halt. Semyon Bychkov,
der das Orchester im Sommer nach dreizehnjähriger Chefdirigententätigkeit an
Jukka-Pekka Sarastre abgibt, brachte mit zwei sinfonischen Dichtungen von
Richard Strauss ein Programm mit, dessen üppige Tonsprache ihm am Herzen zu liegen
scheint.
In der Mitte aber stand mit Ludwig van Beethovens zweitem Klavierkonzert ein Werk,
das einen ganz anderen Zugang erfordert. Der Schweizer Pianist Oliver Schnyder
fasste das B-Dur-Konzert als ein durch und durch lyrisches Gebilde auf, dessen
verschiedene Aspekte er mit grosser Empfindsamkeit aufspürte. Zum Herzstück wurde
in dieser Deutung das Adagio, das man selten in einer solch intimen Deutung hört.
Spannung stellte sich aber gleichwohl ein, denn eine pointierte Rhythmik und, wenn
es angebracht war, ein perlendes Spiel sorgten für den nötigen Gegensatz. Der
Dirigent, der wohl eine draufgängerischere Deutung bevorzugt hätte, passte sich
der Interpretation des Solisten erstaunlich gut an.
Was Semyon Bychkov an «Till Eulenspiegels lustigen Streichen» vornehmlich interessierte,
war die reiche Klangpalette der Komposition. Er bevorzugte die grellen Farben und
liess die verschiedenen Register der Instrumente genüsslich gegeneinander antreten.
Witz und Ernst reichten einander die Hand, und die Entwicklung zielte unvermeidlich
auf den Höhepunkt, die Hinrichtung des Strolchs.
Das Auskosten der klanglichen Erscheinungen stand auch bei der sinfonischen
Dichtung «Ein Heldenleben», womit sich Strauss selber ein Denkmal gesetzt hat,
im Vordergrund. Wie kontrastierte da etwa das Pathos des Heldenthemas mit den
giftigen Holzbläserattacken, welche die Widersacher des Helden charakterisieren.
Dass aber «Des Helden Walstatt» mit derart brutaler Lautstärke einfuhr, wäre
nicht nötig gewesen, denn diese Schlacht im Dreivierteltakt hat ja auch ironische
Elemente, die so nicht zum Zuge kamen.
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| LUGANO FESTIVAL
"Emozioni straussiane
Applausi per Bychkov, Schnyder e la WDR
Nel mezzo del suo cammino, l'edizione 2010 di Lugano Festival ha ospitato la WDR RundfunkorchesterKóln condotta dal conosciuto direttore russo Semyon Bychkov. Al Palazzo deiCongressi, la rassegna musicale di primavera ha offerto un programma comprendente duePoemi Sinfonici di Richard Strauss, oltre al Concerto per Pianoforte in si bemolle maggiore n. 2op.19 di Ludwig van Beethoven, con la partecipazione protagonistica di Oliver Schnyder.Numerose sono le formazioni sinfoniche tedesche di estrazione radiofonica che si sono presentateanche nel recente passato sui nostri palcoscenici, a conferma della migliore tradizioneculturale che vede, soprattutto nell'area germanica ma non solo, il felice radicamentodelle istituzioni radiofoniche nella tradizione musicale di qualità. E anche questa compaginesinfonica della WDR si è dimostrata all'altezza delle aspettative: sonorità omogenea ebilanciata in ogni reparto oltre ad una visibile motivazione nell'atteggiamento partecipativodi ciascun componente. Ma oltre all'impeto emotivo che dalla VVDR è venuto significamentea diffondersi al Palacongressi, senz'altro il merito del buon esito della serata musicale luganeseva dato anche all'abile direttore d'orchestra Semyon Bichkov e alla sua caricaespressiva, promossa con il conosciuto temperamento. In generale abbiamo potuto quindiritrovare la spaziante bellezza delle armonie, rappresentate con un eloquente coinvolgimentocon una linea interpretativa di particolare chiarezza ed efficace nel valorizzare le architetturesonore. Una impostazione caratteriale ben temprata dall'esperienza e dalla consapevoleidentità sinfonica che la VVDR ha saputo sfoderare con sicurezza nelle esecuzioni dei poemisinfonici Till Eulenspiegel e Ein Heldenleben. Qui gli estremi di contrasto tra la vigorìa e il raccoglimentosi sono alternati con pieno pathos, riuscendo a dare una straordinaria unitarietàdi intenti alla lussureggiante scrittura orchestrale di Richard Strauss. Le intense atmosferestraussiane hanno riscosso il vivo e meritato entusiasmo dei presenti. Tra le due massicce proposte sinfoniche, si è inserita l'interpretazione nitida e precisa delpianista svizzero Oliver Schnyder, protagonista nel Secondo Concerto per pianoforte e orchestradi Ludwig van Beethoven che ha consentito al solista svizzero di mettere in luce ilsuo espressivo tocco musicale. Capacità ribadita poi anche nella sensibile pagina schumannianaofferta come bis, che il pubblico luganese ha accolto con simpatica compartecipazionee ripetuti applausi."
(Susanna Zalateo, Corriere del Ticino, 12.5.2010)
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| Die Überraschungen des 7. St. Galler Tonhallekonzerts waren die Richard-Strauss-Suite
und das Beethoven-Spiel Oliver Schnyders.
Martin Preisser, St. Galler Tagblatt 22.03.2010
Ganz schön krachen liess es David Stern beim 7. Tonhallekonzert in
Beethovens Fünftem Klavierkonzert. Das Heroische war mit einmal ganz beim
Orchester, das sich besonders in den Ecksätzen bisweilen dominanter gebärdete
als der Solist. Das spricht nicht gegen Oliver Schnyder, der diesen Beethoven
konsequent in warmer Patina und konzentriert poetisch darstellte.
Nur einfach brillant glitzern lassen will es Schnyder nicht, sondern er fädelt die Ideen
meist lyrisch ein. Sein Zugang ist nicht der vordergründig kräftige, sondern der intensiv
innige. Heisst: Sein Ton hat Raum und Gewicht, mehr als bloss schneidende Durchsetzungskraft.
Intelligent ist seine Ausleuchtung der Details.
Ein wenig Rollentausch
Schnyder hat da fast ein wenig Scheu, allzu schnell und spielerisch über das
Kleinräumige hinwegzugehen. Als Zuhörer wird man aber gerade durch dieses Unprätentiöse
und Durchdachte an diesen Beethoven herangeführt. Oliver Schnyder war am Schluss
des grossformatigen Konzerts jedenfalls ein gefeierter Mann...
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| Wigmore Hall, 27 January 2010
Heard live, having known their work on recordings, this duo was spell binding and their concert one to treasure in memory by the supporting Albanian ex-pats and everyone else in their smallish audience.
The Germany-based, Albanian born violinist Rudens Turku has a tone which is infinitely subtle in its gradations, but, without forcing, penetrating even against (sometimes) loud piano playing. He does not attack the beginnings of notes, the music grows and flows with an uncommon naturalness. His command of his instrument is so complete, yet undemonstrative, that one quickly takes it for granted. It is very rare for a singer to be able to match that quality (and indeed, to our ears, the popular diva Joyce DiDonato signally failed to do so at Wigmore Hall the following night).
Bicentenarian Mendelssohn's early sonata languished in obscurity for more than a century until in the '50s it was championed and published by Menuhin. Oliver Schnyder, Turku's partner and equal, makes light work of Mendelssohn's multitudinous notes, a tendency which can alienate listeners to some of his chamber works; but not here, nor on their Avie recording of this sonata coupled with the violin/piano double concerto with orchestra (which many readers won't know?).
The Dvorak Sonatina (which he contrived to be his Op. 100) is one of my very favourite pieces by that endearing composer; as a schoolboy I played it in a masterclass given by Isolde Menges; that dates me! Turku & Schnyder fined it down to just the right scale and intimacy, even better in Wigmore Hall than in their recording of a couple of years ago.
Grieg's big-boned third sonata can easily sound overblown and too rhetorical, but its quality has been known since the classic Kreisler/Rachmaninoff recording, and Turku & Schnyder put it across with complete conviction, to give us a lot to talk about in the interval.
The second half was devoted to the second of Prokofiev's violin sonatas, an oddity since it is in fact Oistrakh's adaptation of the flute sonata, so well done by this duo that one was left marvelling how it could have been actually composed for the less versatile wind instrument. No doubt it will feature in a future recording; meanwhile get their Dvorak and Grieg on "Homelands" (Avie AV2166).
Peter Grahame Woolf
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| "Hervorragend gespieltes Tuttifrutti
Das Aargauer Kammerorchester gibt es nicht mehr. An seine Stelle ist das "Chamber Aartists Orchestra"
gerückt. Ohne festen Dirigenten, aber mit grossen Solisten geht man neue Wege.
Da wird ein neues Ensemble gegründet und beim Eröffnungskonzert
fühlt man sich wie bei einem überbordenden Tuttifrutti-
Buffet. Von Käsekuchen über Schokoladencreme bis hin zum
Rauchlachs, es hat für jeden etwas und noch viel mehr. Klassik,
Jazz und Pop - Haydn, Daniel Schnyder und Jimmy Hendrix
geben sich in immer neuen Formationen ein Stelldichein. Ist
man da als Zuhörer etwa pikiert, weil die Hörgewohnheiten
durcheinandergeschüttelt werden? Langweilig wird es auf alle
Fälle nicht. Und das Ziel des Orchesters ist offensichtlich: die
Kluft zwischen den starren Formen eines traditionellen Orchesters
und dem Zugehen auf das Publikum zu verringern. Dabei
gehen die Chamber Aartists von dem Prinzip aus, dass ein Orchesterinstrument
nicht mehr einem in den Grundzügen immer
gleichen, sondern vielmehr einem in seiner Zusammensetzung
häufig wechselnden Apparat angehöre.
Kein gewöhnliches Eröffnungskonzert also. Man könnte
sogar von einer Art Brautschau sprechen oder von einem tönenden
Bewerbungsschreiben. So oder so: Das Konzert ist ein historisches
Konzert, es wird im Aargau Folgen haben. Denn die Musiker
sind hervorragend. Ein jeder könnte Solist sein und so
wechselt auch für jedes Stück der Konzertmeister. Die Solisten spielen,
sofern sie nicht vorn im Rampenlicht stehen, im Orchester
mit. Ein schäner, wenn auch unbeabsichtigter Nebeneffekt, damit
das Orchester gleichmässig ausgeleuchtet war, im Schatten
stand jeweils nur: der Solist.
Musikalisch strahlten die Solisten
aber durchaus. Der Pianist Oliver Schnyder überzeugte in
einer kraftvollen und humoristischen Interpretation eines
Haydn-Klavierkonzerts. Aber auch in den lustvollen, dem Jazz
zugewandten Stücken des Komponisten Daniel Schnyder fand
er den richtigen Ton. Dass dann Daniel Schnyder auch gleich
selbst einige seiner Stücke interpretierte,
hatte seinen besonderen Charme. Ob er mit dem Saxofon
Ÿüber einen ungarischen Tanz von Brahms improvisiert
oder Jimi Hendrix' 'Purple Haze' für Streichconsort umsetzt
- Schnyders Musik und seine Interpretationen kennen keine
Schubladen, nur offene Türen. So passte seine Musik gut
zum Eröffnungskonzert des neu gegründeten Ensembles.
Ein Feuerwerk der Virtuosität zündete der Geiger Alexander
Sitkovetsky in den rassigen Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate.
Man spürte, dass Musik das Esperanto des Gefühls ist.
Und auch der Dirigent Massimiliano Matesic trat, sofern er
nicht dem Pianisten die Noten blätterte oder Stühle wegräumte,
als umsichtiger und engagierter Regisseur auf. Aber
Hauptdarsteller des Abends blieb das Ensemble. Das Zusammenspiel
war geprägt von grosser Spielfreude und einem
Klang, der an Schärfe und Intensität nichts zu wünschen übrig
liess. Kammermusik im besten Sinne des Wortes. Ein solch starkes
Ensemble lässt auf vieles hoffen. Auch darauf, dass aus
dem Tuttifrutti-Buffet ein stimmiges Mehrgang-Menü wird."
Tom Hellat, Mittellandzeitung, 9.1.2010
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